Infos zur Rasse
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Der Nova Scotia Duck Tolling Retriever (kurz: Toller) gehört, wie der Name schon sagt, zu den Retrievern, ist also mit den in Deutschland beliebten Golden Retrievern und Labrador Retrievern verwandt. Er wird als „kleinste Retrieverrasse“ bezeichnet und hat vom Äußeren her tatsächlich entfernte Ähnlichkeiten mit seinen größeren „Rassegeschwistern“ - und das war’s dann aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten.

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Ansonsten ist der Toller nämlich ein völlig anderer Hund. Das geht schon bei seiner Herkunft los: Die Rasse stammt aus dem südwestlichen Neuschottland (Nova Scotia, Kanada) und wurde dort Anfang des 19. Jahrhunderts für das Anlocken (tolling) und das Apportieren (retrieving) von Enten (ducks) gezüchtet. Daher auch der umständliche Name. Die Methode ist bestechend: Der Toller läuft am Ufer hin und her ohne dabei zu bellen, die Enten fühlen sich von seinem buschigen, weiß-roten Schwanz magisch angezogen und schwimmen heran, der Toller springt auf Signal des Jägers ins Gebüsch, so dass dieser die Enten abschießen kann, woraufhin der Toller ins Wasser prescht und die erlegten Enten für seinen Menschen an Land holt.

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Also ist der Toller von seiner Veranlagung her ein Jagdhund und damit geistig und körperlich viel aktiver, als seine größeren „Rasseverwandten“. Das heißt nicht, dass man ihn unbedingt jagdlich führen muss. Er ist aber ein Hund, der beschäftigt werden will. In den häuslichen vier Wänden kann er ein verschmuster, entspannter und liebevoller Hausgenosse sein, aber sobald er nach draußen kommt schaltet er in den „Arbeitsmodus“, dann sind Streicheleinheiten eher unerwünscht - zumal der Toller ohnehin Fremden gegenüber eher erstmal zurückhaltend ist und sich nicht von jeder Hand „betatschen“ lässt.

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Der Toller hat einen ausgeprägten „will to please“ - solange sein Mensch Aktivitäten an den Tag legt, ist der Toller dabei und lässt sich keine Müdigkeit anmerken. Das Wasser ist, aufgrund seines wasserabweisenden, zweilagigen Fells und den „Schwimmhäuten“ zwischen seinen Zehen, sein Element.

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Erst seit 1945 wird der Toller „offiziell“ (d. h. im Verband) gezüchtet - in Kanada. In den USA wurde die Rasse vom American Kennel Club sogar erst 2001 vollständig anerkannt. In Deutschland wurde der Toller erstmals 1996 im Deutschen Retriever Club gezüchtet. Der Rassestandard schreibt „alle Schattierungen von Rot“ vor mit einer begrenzten Menge an Weiß an der Schwanzspitze, den Pfoten, am Brustkorb oder auf der Nase.

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Toller haben viele rassetypischen Eigenschaften, die sie von anderen Hunden unterscheiden: Sie bellen wenig, dafür „Singen“ sie gerne („Toller squeal“), gerade auch in der Kommunikation mit ihren Menschen oder anderen Hunden. Sie haben sehr viel Geduld mit Kindern und sind fantastische Familienhunde - solange die Familie sie an ihren Aktivitäten beteiligt. Sie kriegen unvermittelt ihre „komischen fünf Minuten“ und robben sich mit ulkigen Verrenkungen minutenlang über den Boden, begleitet von ihrem schaurig-schönen Gesang. Sie können unglaublich verschmust sein - und müssen immer dafür sorgen, dass ihr Kopf höher liegt als der Rest ihres Körpers (weiß Gott, warum).

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Toller haben einen angeborenen Instinkt für ungeklärte Verhältnisse. Sie sind dabei weder hinterhältig noch gemein, aber wenn ihr Mensch ihnen nicht ganz klare Grenzen setzt, werden sie alles probieren, um ihren Willen durchzusetzen. Selbst wenn ihr Mensch ganz klare Grenzen setzt, werden sie zunächst alle anderen 399 Wege ausprobieren, um trotzdem ihren Willen durchzusetzen, bis sie schließlich mit einem tiefen Seufzen ihrem Menschen doch gehorsam folgen. Diese Eigenschaft macht den Toller schwer zu trainieren - und zwar nicht weil er etwa schwer trainierbar ist, sondern weil er unglaublich intelligent ist. Verschärfend kommt hinzu, dass ihn ständige Wiederholung (normalerweise das A und O in der Hundeerziehung) schnell langweilt und er sich dann schon mal eine andere Beschäftigung sucht, während Herrchen immer noch mit der Leinenführigkeit hadert.

Weiterführende Informationen zu der Methode, mit der wir unsere Zuchthündinnen erzogen haben, finden Sie hier.

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